Lebendiger Austausch zwischen Patient*innen, Angehörigen und Therapeut*innen

Gesprächsforum Trialog

1994 wurde im Rahmen des XIV. Weltkongresses für Soziale Psychiatrie die Idee des Trialogs entwickelt. In der Erklärung heißt es: „Psychiatrie kann sich aber nur als empirische, das heißt als Erfahrungswissenschaft bezeichnen, wenn sie die Erfahrungen von seelisch leidenden Menschen und ihren Angehörigen gleichberechtigt einbezieht. Wir wollen deshalb zu einer gemeinsamen Sprache finden, die von Patient*innen, Angehörigen und Therapeut*innen verstanden wird.“

Der Trialog als Austausch zwischen Vertreter*innen dieser drei Gruppen hat sich inzwischen als ein fester Bestandteil sozialpsychiatrischer Arbeit etabliert. In Uelzen findet der Trialog seit 2019 statt. Betroffene, Angehörige und Mitarbeitende aus dem sozialpsychiatrischen Arbeitsfeld treffen sich viermal jährlich. Sie tauschen sich über die vielfältigen Aspekte von psychischer Gesundheit und Krankheit aus und profitieren dabei auch von den unterschiedlichen Sichtweisen. Ziele und Ergebnisse des Austauschs sind ein besseres Verständnis für die Position, Rolle und gegebenenfalls Erkrankung des anderen. Dies führt zu Veränderungen im Miteinander, zum Abbau von Vorurteilen und zu einer Verbesserung der Beziehungsgestaltung, Behandlungsqualität und gegenseitigen Empathie. Durch ein besseres Verständnis füreinander verändert sich auch der Umgang mit Zwang und Gewalt sowie das Konfliktmanagement.

Der Trialog war schon häufiger impulsgebend für neue Projekte wie beispielsweise Selbsterfahrungs- oder Selbsthilfegruppen, unabhängige Beschwerdestellen, die Schaffung und Belebung neuer Arbeitskreise oder die Förderung der EX-IN-Ausbildung und Peer-Beratung.